Herzlich willkommen auf meinem Blog!
Wer hier schreibt:
Frau D., zur Zeit 66 Jahre und einen Monat alt.
Warum ich schreibe:
Schreiben gehört zu meinem Leben. Seit meiner Kindheit schreibe ich Tagebuch. Das hilft mir, meine Gedanken und Gefühle zu sortieren, neue Einsichten zu gewinnen und loszulassen. Seit einigen Jahren bin ich in einem Schreibsalon aktiv. Bloggen hat mich immer schon gereizt, und seit 2021 habe ich den einen oder anderen Blog gestartet, dann aber aus Zeitmangel vernachlässigt und schließlich gelöscht.
Bei meinen letzten Blogversuchen hatte ich kein festes Thema und sehr hohe Ansprüche an mich selbst. Diesmal habe ich ein Thema.
Ich gehe in wenigen Wochen in Rente. Das fällt mir nicht ganz leicht, denn ich habe meinen Beruf – soziale Arbeit – aus ganzem Herzen geliebt. Die letzten Jahre war ich Einrichtungsleitung, durfte also viel gestalten und entscheiden, hatte Kontakt zu Mitarbeitern, Klienten, Ämtern und Behörden und natürlich auch eine berufliche Rolle, die nicht nur viel Verantwortung und Zeit kostete, sondern mir auch das Gefühl gab, etwas zu bewirken, zu etwas Gutem beizutragen.
Künftig bin ich nur noch Frau D. Wer das ist, weiß ich gar nicht so genau, denn ich habe mich vor allem über meine berufliche Rolle definiert und oftmals auch die Arbeit benutzt, um mich schwierigen Lebensthemen nicht zu stellen.
Der Eintritt in den Ruhestand ist der Beginn der letzten Lebensphase ist. Nach Kindheit und Jugend, Familiengründung, Berufstätigkeit kommt nun eine Phase, in der ich mich noch einmal neu erfinden kann, die aber gleichzeitig auch in das Alter führt.
Noch fühle ich mich jung und voller Tatendrang, doch im Zusammensein mit meiner Mutter, Onkel und Tanten, allesamt 88 Jahre und älter, habe ich in den letzten Jahren erlebt, wie aus aktiven, lebensfrohen Rentnern nach und nach Greise wurden. Sie lieben das Leben, nehmen weiterhin Anteil an allem, was in der Welt geschieht, und doch werden sie müder, langsamer. Alles wird ein weniger, die Spaziergänge kürzer, die Mahlzeiten kleiner, das Schlafbedürfnis größer.
Sie sind für mich Vorbilder, weil sie das Leben auskosten und gleichzeitig wird mir im Zusammensein mit ihnen bewusst, wie kostbar unsere Lebensjahre sind. Wir wissen nicht, wie viele Lebenstage noch vor uns liegen. Umso wichtiger ist es, jeden Tag auszukosten.
Auf Herzwellen schreiben ich über den Übergang vom Erwerbsleben in den Ruhestand, darüber, was ich dabei erlebe und fühle. Neben persönlichen Erfahrungen schreibe ich aber auch gern über das, was ich lerne und erfahre, teile Informationen und Tipps. Manchmal setze ich mich in Form von Ausgedachtem mit dem Leben auseinander,
Warum Herzwellen
Herzwellen habe ich als Titel des Blogs gewählt, weil ich mit Herz schreibe und Wellen als Sinnbild für unsere Lebensphasen und Gefühle sehe. Wellen zeigen sich von Tag zu Tag anders: sanft, ruhig, beständig und leise oder unruhig, kraftvoll, zerstörerisch und laut. Genau wie unsere Lebensphasen.