Ich muss nicht gleich die Welt retten….

„Tue, was du kannst, mit dem, was du hast, dort, wo du bist.“ (Barack Obama)

Diesen Spruch habe ich mir ausgedruckt und über meinen Schreibtisch gehängt.

Er erinnert mich daran, mein Leben in die Hand zu nehmen, aktiv zu werden, statt zu warten, bis alles bilderbuchschön erscheint oder der Frust über den Zustand der Welt mich überwältigt.

Tue, was du kannst:

Sei aktiv, frage dich, was du jetzt, in diesem Moment tun kannst.

Auf der persönlichen Ebene:

  • Was kann ich tun, damit ich mich gut fühle, oder
  • was kannst ich tun, damit es den Menschen um mich herum gut geht oder,
  • was kannst ich tun, um mein Lebensumfeld zu verbessern?

Dabei denke ich an nichts Großartiges oder Bedeutsames, sondern an Kleinigkeiten: Blumen gießen, einen Tee kochen, eine Schublade aufräumen, eine Freundin anrufen.

Obama hat bei diesem Spruch wahrscheinlich eher auf der politischen Ebene gedacht. Aber auch da bin ich nicht machtlos.

  • wie kann ich so leben, dass es meinen Werten entspricht
  • wie kann ich für ein gutes Miteinander sorgen?

Tue, was du kannst, mit dem was du hast

  • Ich muss nicht warten, bis ich eine großartige Kamera habe, wenn ich fotografieren lernen will. Ich kann auch mit meinem alten Handy anfangen
  • Ich muss nicht warten, bis ich endlich genug Geld für eine große Reise habe. Ich kann mit einer Fahrradtour in den nächsten Ort beginnen, um mich dort umzusehen oder mit meinem 63-Euro-Ticket in eine Stadt fahren, um dort ins Museum oder Eiscafé zu gehen.
  • Ich muss mich nicht erst im Fitnessstudio anmelden, um mich mehr zu bewegen. Ein Spaziergang ist auch schon ein guter Anfang.
  • Ich muss keinen Kochkurs absolvieren, um meine Freunde zum Essen einzuladen. Spaghetti tun es auch, wenn die Stimmung herzlich ist.

Auf der gesellschaftlichen/politischen Ebene:

  • Ich kann meinen Müll trennen, meinen Garten bienenfreundlich gestalten
  • Ich kann spenden oder einem Wohnungslosen ein Brötchen kaufen, jemanden die Tür aufhalten
  • Ich kann wählen, auf Demos gehen, Leserbriefe schreiben, in einer Selbsthilfegruppe aktiv sein oder ein Ehrenamt übernehmen.

Mein Verhalten und mein Handeln prägen mein Umfeld, sind Teil des gesellschaftlichen und politischen Klimas

Tue, was du kannst, mit dem, was du hast, dort, wo du bist

Genau da, wo ich jetzt stehe in meinem Leben, kann ich meine Fähigkeiten, meine Kreativität und das, was mich ausmacht, einbringen. Ich kann jetzt, in diesem Moment etwas tun, um mein Leben freudebringend und sinnvoll zu gestalten.

Ich bin Teil eines Ganzen und gestalte diese Welt durch mein Handeln mit. Genauso wie jeder andere Mensch auch. Jeder Mensch ist wichtig, ich auch.

Und, es ist nicht wichtig, irgendetwas Großartiges oder Perfektes zu machen. Winzig kleine Schritte machen auch einen Weg aus.

„Wenn an vielen kleinen Orten viele kleine Menschen viele kleine Dinge tun, wird sich das Angesicht unserer Erde verändern.“ Leider weiß ich nicht, woher dieser Spruch kommt, aber ich glaube daran.

Raus aus der Komfortzone

5 Gründe, warum du deine Komfortzone hin und wieder verlassen solltest

Eins ist sicher: solange du deine Komfortzone nicht verlässt, wird sich in deinem Leben nichts ändern.

Aber keine Angst, du musst deine Komfortzone nicht aufgeben. Im Gegenteil! Deine Komfortzone gibt dir Struktur, Sicherheit und Geborgenheit. Das brauchst du, um nicht ständig in Stress zu sein. Trotzdem gibt es gute Gründe, dich ab und zu aus deiner Komfortzone herauszuwagen:

  • du machst neue Erfahrungen: Du musst nicht gleich einen Gipfel erstürmen oder einen Seitensprung wagen, um neue Erfahrungen zu machen. Fang mit etwas kleinem an: geh in ein klassisches Konzert, wenn du normalerweise nur Rock oder Elektro hörst. Höre hin, lass dich ein. Wer weiß, vielleicht gefällt dir die Musik. Wenn nicht, hast du trotzdem etwas gewonnen, nämlich neue Eindrücke und einen kleinen Einblick in die Welt der Klassikliebhaber.
  • du erweiterst deinen Horizont: Mit jedem Ausflug außerhalb deiner Komfortzone erweiterst du deinen Horizont. Egal, ob du zum ersten Mal in ein veganes Restaurant gehst oder ein neues Land bereist, du hast etwas Neues erlebt, neue Erfahrungen gemacht und deinen Horizont erweitert.
  • du entwickelst deine Persönlichkeit: Du bist das erste Mal auf einem Schützenfest und findest die Veranstaltung gruselig? Die Welt ist bunt und vielfältig. Jeder Mensch tickt anders, und ganz viele ticken anders als du. Lass dich trotzdem auf sie ein. Entweder hilft es dir, offener und toleranter zu werden, andere besser zu verstehen oder du lernst, dich abzugrenzen und wirst dir deiner eigenen Werte besser bewusst. Das gibt deiner Persönlichkeit Kontur.
  • du gewinnst Selbstvertrauen: Du hast was geschafft, bist das erste Mal vom 3-Meter-Brett gesprungen, du bist zufrieden mit dir, du kriegst Lust, es noch mal zu machen. Traust dir nach 10 weiteren Sprüngen sogar das 5-Meter-Brett zu. Weiter so, du entwickelst gerade Selbstvertrauen. Vertrauen in deine Fähigkeiten und in dich selbst wächst nur, wenn du Ängste und Unsicherheiten überwindest. Das tust du jedes Mal, wenn du was Neues ausprobierst. Wie gesagt, es müssen keine Heldentaten sein. Viele kleine Schritte führen auch zum Ziel.
  • du wirst kreativer: Routinen, Monotonie, Gewohnheiten und immer gleiche Rituale rauben dir deine Kreativität. Neue Eindrücke, Ideen und Erfahrungen füttern sie hingegen. Du fühlst dich inspiriert und kriegst immer mehr gute Ideen.

Und wenn es schief geht?

Dann bist du um eine Erfahrung reicher. Dann machst du es einfach nicht noch mal. Gewonnen hast du trotzdem, denn du bist aktiv geworden, hast dich getraut und das allein ist schon großartig! Mach weiter so. Probier was anderes aus und lass dich bloß nicht entmutigen.