Shield: ein Schutzschild fürs Gehirn

Neulich fand ich die Haferflocken im Kühlschrank.

Sofort griff die kalte Faust nach meinem Magen: könnte ich erste Anzeichen von Alzheimer haben? Hatte ich nicht letzte Woche erst mein Handy im Auto liegen lassen? Habe ich neuerdings nicht öfter mal Schwierigkeiten, das passende Wort zu finden?

Sind das erste Warnzeichen? Werde ich womöglich dement wie mein Onkel?

Ein Blick ins Internet beruhigt mich ein wenig. Solche Dinge sind normal, es gibt Erklärungen dafür und wenn man wie ich gerade besonders darauf achtet, ob man öfter so kleine Ausfallerscheinungen hat, dann verursacht das Stress und Stress wiederum verstärkt die Neigung zu solchen kleinen Fehlleistungen.

Trotzdem, laut der deutschen Alzheimergesellschaft sind 6,9. Prozent der Menschen über 65 von Demenz betroffen. Das sind fast 7 Menschen von Hundert. Die Gefahr ist real.

Vorsichtshalber habe ich mit meiner Ärztin über meine Ängste gesprochen, die mir versicherte, dass sie keine Anzeichen von Demenz bei mir feststellen kann.

Gleichzeitig wies sie mich darauf hin, dass man auch mit über 65 Jahren – und als jüngerer Mensch ohnehin – noch einiges für seine Hirngesundheit tun kann.

Bei meiner anschließenden Recherche bin ich auf das SHIELD – Konzept gestoßen,

Es beinhaltet 6 Punkte, mit denen wir unserem Gehirn Gutes tun können:

Schlafmützen sind im Vorteil, solange sie es nicht übertreiben. Im Schlaf baut unser Hirn Abfallprodukte, wie z. B. schädliche Eiweißverbindungen ab.

7 – 8 Stunden gelten als optimal, doch kann dies von Mensch zu Mensch unterschiedlich sein. Also, keine Sorge, ob man sich mit 5 oder 6 Stunden Schlaf munter fühlt oder gern 9 Stunden im Bett verbringt, ist nicht entscheidend, Hauptsache man fühlt sich ausgeruht.

Stress lässt sich auch im Rentenalter nicht vermeiden. Anhaltende Langeweile und das Gefühl nutzlos zu sein, können emotionalen Stress auslösen, der genauso schädlich ist wie Streit mit dem Nachbarn oder finanzielle Sorgen.

Andauernder Stress führt zu einem Anstieg von Cortisol, was Entzündungsreaktionen im Gehirn fördert.

Es lohnt sich also, herauszufinden, was gut tut, entspannt und glücklich macht und das dann auch zu tun. Egal, ob es ein Spaziergang bei Wind und Wetter, Katze streicheln, Tagebuch schreiben, im Garten arbeiten oder Skat spielen ist. Alle Aktivitäten, die uns Freude bereiten und bei denen wir die Welt um uns herum vergessen, tun unserem Hirn gut.

Menschen, die regelmäßig Kontakt zu Freunden oder Verwandten haben, sind im Vorteil. Einsamkeit und soziale Isolation steigern das Risiko an Demenz zu erkranken.

Freundschaften zu schließen fällt mit zunehmenden Alter oft schwerer, aber auch kurze soziale Kontakte beim Bäcker oder ein Plausch mit dem Nachbarn tun gut. Selbst Kontakte über WhatsAPP und Co. können das Gefühl von Einsamkeit verringern und helfen, sich zugehörig zu fühlen.

Aber Achtung – Kontakte zu Menschen, mit denen wir Konflikte haben, können Stress hervorrufen. Also, den nervigen Nachbarn lieber meiden.

Aerobe Bewegung, also Fahrradfahren, flott Spazierengehen, wandern, schwimmen oder tanzen tun auch unserem Gehirn gut und helfen gleichzeitig, Stress abzubauen.

Schon 150 Minuten Bewegung in der Woche reichen. Das entspricht zweieinhalb Stunden oder 5 x 30 Minuten.

Selbstverständlich darf es gern mehr sein. Und – Alltagsbewegung, also z. B. der Gang zu Fuß zum Arzt oder das Einkaufen mit dem Fahrrad zählen mit.

Man muss ja nicht gleich eine neue Sprache lernen oder täglich Sudokus lösen, um geistig aktiv zu sein.

Wichtig ist, dass unser Denkapparat gefordert wird, indem man sich neues Wissen oder neue Fähigkeiten erschließt, neue Orte entdeckt, sich mit Themen beschäftigt, die geistig herausfordernd sind. Probiert also ruhig mal ein neues Kochrezept aus oder hört Musik, die von eurem gewohnten Musikgeschmack abweicht.

Das Thema hängt mir zum Halse heraus, verfolgt es uns doch täglich in allen Medien. Daher fasse ich nur kurz zusammen:

Iss, was dir schmeckt, solange du viel frisches Gemüse, Obst, Nüsse, gesunde Fette wie Öle, Fisch und weißes Fleisch wie Hähnchenbrust auf dem Speisezettel hast. Vergiss dabei das Trinken nicht, wobei alles Alkoholfreie Bier und Wein vorzuziehen ist. .

Quellen

Link: Alzheimer vorbeugen: So hilft das SHIELD-Modell in 5 Schritten | Switzerland

Brigitte Huber/Anne-Bärbel Köhle: Endlich ich, S. 138ff

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